Pressebericht

Hockeyabteilung

Aktualisiert am
Freitag, 03. November 2017 13:45
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Bericht: Gert Adolphi

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Konzeptwelt
            Club an der Alster

Rothländer fasziniert die Welt des Segelns

Hockey Bad Kreuznacher Bundesligaspieler verdient Geld mit Wassersport

Hamburg. Philip Rothländer geht fremd. Der Hockeyspieler, der beim Kreuznacher HC groß wurde, verdient sein Geld jetzt mit Segeln. So ganz stimmt das natürlich nicht. Der 23-Jährige spielt weiter Hockey. Mit dem Hamburger Club an der Alster belegt er in der Bundesliga drei Partien vor Ende der Hinrunde den siebten Platz im Zwölferfeld. Beruflich aber hat Rothländer mit dem Segeln zu tun. Bei der Konzeptwerft Holding ist er in der Öffentlichkeitsarbeit tätig.

Die Konzeptwerft baut keine Boote oder Schiffe, wie eine unbedarfte Landratte vermuten könnte. Sie ist eine Agentur, die Segelwettbewerbe organisiert und durchführt. Die Beratungs- und Beteiligungsgesellschaft richtet unter anderem die Segel-Bundesliga, die Sailing Champions League und das Nord Stream Race aus. „Ich bin dafür zuständig, Storys über den Segelsport in die Welt zu tragen“, sagt Rothländer. „Ich schreibe Texte über die Ergebnisse von Rennen und pflege die Homepage, damit die Segelwelt mitbekommt, was auf dem Wasser passiert.“

Rothländer beendete im März 2013 seine Ausbildung beim Landessportbund Rheinland-Pfalz erfolgreich. „Danach habe ich mir überlegt, ob ich beim KHC weiter Regionalliga spielen soll oder den Schritt in eine höhere Klasse wage“, erzählt der 15-fache Jugendnationalspieler. „Bei meiner Suche nach einem neuen Verein hat mir der Club an der Alster am meisten zugesagt. Da haben für mich die Rahmenbedingungen am besten gepasst.“ In Hamburg erwarb Rothländer die Fachhochschulreife und begann ein Jahr später – unterstützt von einem Sportstipendium – ein Studium im Bereich Medien- und Kommunikationsmanagement an der Hamburger Fresenius-Hochschule. Sein Schwerpunkt war Sport- und Eventmanagement. Im Juli dieses Jahres schloss er die akademische Ausbildung mit dem Bachelor ab.

Zu seiner ersten Stelle kam Rothländer indirekt über das Hockey. „In einem Gespräch mit einem Clubmitglied habe ich erzählt, welche berufliche Vorstellung ich habe“, erzählt der 23-Jährige. „Mein Gesprächspartner hat einen Freund, der das anbieten konnte. Er hat gleich das Handy gezückt und ihn angerufen. Eine Woche später hatte ich mein erstes Vorstellungsgespräch.“ Seit Anfang Mai, noch vor Fertigstellung seiner Bachelorarbeit, ist Rothländer für die Konzeptwerft tätig. „Ich war zur richtigen Zeit am richtigen Ort und habe mit den richtigen Leuten gesprochen“, sagt Rothländer.

In die neue Materie, die ihm bis dahin fremd war, hat er sich inzwischen eingearbeitet. „Die Fachsprache habe ich mittlerweile schon drauf“, sagt der ehemalige Bad Kreuznacher. „Für mich ist Wasser allerdings eine blaue Fläche. Segler können das Wasser lesen. Das ist das, was ich so faszinierend finde. Es ist echt mega cool, wie es in einer anderen Sportart abläuft. Das steckt schon an.“

Trotz aller Unterschiede gibt es auch Gemeinsamkeiten zwischen Hockey und Segeln. „Zu einer Crew beim Segeln gehören vier Leute“, sagt Rothländer. „Diese vier Räder müssen ineinandergreifen. Da ist der Mannschaftsgedanke stark ausgeprägt.“ Auch der Wettbewerbscharakter ist beiden Sportarten eigen. „Bei den Events werden die Rennen oft erst im letzten Lauf entschieden“, sagt der 23-Jährige. „Das ist sehr spannend.“

Rothländer war schon bei dem ein oder anderen Rennen selbst dabei. Das Nord Stream Race im August hat er zwei Wochen lang begleitet. Die Langstreckenregatta, die von Kiel über Kopenhagen, Stockholm und Helsinki nach St. Petersburg führte, wurde von der Konzeptwerft gemeinsam mit dem Saint Petersburg Yacht Club ausgerichtet. „Wir waren hauptsächlich für die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich“, erzählt Rothländer. „Das war schon eine mega coole Erfahrung.“

Das Hockeytraining litt natürlich unter diesem Engagement. „Ich hatte das mit dem Verein frühzeitig kommuniziert“, sagt der 23-Jährige. „Der Club hat es akzeptiert, weil der Beruf vorgeht.“ Sein sportlicher Ehrgeiz gilt aber weiterhin dem Spiel mit dem Krummstab. „Da wird die Hockeytasche mit zum Arbeitsplatz genommen, und von dort geht es direkt auf den Platz“, sagt Rothländer. „Am Wochenende gibt es dann eigentlich nur Hockey.“

Beim Club an der Alster ist er bei der Freiluftvariante Stammspieler. Sein erstes Bundesliga-Spiel bestritt er im August 2013 in Köln. In der Halle („Das ist deutlich schwieriger“) gehört er nur zum Trainingskader. In der Feldrunde trifft Rothländer zweimal pro Saison auch auf seinen Cousin Moritz, der für den TSV Mannheim antritt. „Ich habe guten Kontakt zu ihm“, sagt Philip. „Es macht Spaß, gegen ihn zu spielen.“ Beide stammen aus einer Bad Kreuznacher Hockeydynastie. Philips Vater Markus ist Finanz-Vorstand des KHC, dessen Bruder Stephan, der Vater von Moritz, ist der Vereinsmanager. Sportlich ist Moritz etwas erfolgreicher. Er hat nicht nur in den Nachwuchs-Nationalmannschaften gespielt, sondern auch schon Einsätze bei den deutschen Männern absolviert. „Dafür reicht es bei mir nicht“, sagt Philip. „Die Jahrgänge hinter mir sind zu stark. Das wird nichts mehr.“ Vielleicht kann er dem Hockey aber auf organisatorischer Ebene weiterhelfen. Er verweist darauf, dass die Segel-Bundesliga bis vor vier, fünf Jahren noch vom Dachverband DSV gemanagt wurde. „Das Problem war, dass das Medieninteresse zu wenig geweckt wurde“, sagt Rothländer. „Deshalb wurde die Agentur gegründet, um die Wettbewerbe zu professionalisieren, besser zu vermarkten und um sie auch für Laien verständlicher und greifbarer zu machen.“ Einen Seitenhieb auf den Deutschen Hockeybund (DHB) kann sich Rothländer an dieser Stelle nicht verkneifen: „Das ist auch das, was der DHB machen müsste.“


Oeffentlicher Anzeiger (West) vom Donnerstag, 26. Oktober 2017, Seite 26
Von unserem Mitarbeiter Gert Adolphi
Foto: Konzeptwerft / CadA
 

 

 


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