Pressebericht

Hockeyabteilung

Aktualisiert am Montag, 25. Januar 2016 07:41 Webmaster

Bericht: Mario Luge
Foto: 
   Dirk Waidner

SEBASTIAN BEHR Für KHC-Toptorjäger ist die Bundesliga kein Thema / Nach Spiel gegen Nürnberg für Klausuren büffeln

AACHEN / BAD KREUZNACH - Er ist einer der Topscorer der zweiten Hallenhockey-Bundesliga: Sebastian Behr vom Kreuznacher HC. 19 Treffer hat der 24-Jährige in den bisherigen sieben Partien erzielt. Nur drei Spieler waren erfolgreicher im Bundesliga-Unterhaus. Damit ist Behr maßgeblich am sportlichen Erfolg beim Aufsteiger von der Nahe beteiligt. Am Samstag (Anstoß 14 Uhr) greift er gegen die HG Nürnberg zum letzten Mal in dieser Hallensaison zum Schläger, denn der Student des Wirtschaftsingenieurswesen bereitet sich danach in Aachen auf Klausuren vor. Am Sonntag (11 Uhr) gegen Meister HC Ludwigsburg und eine Woche später beim Schlusslicht Erlangen muss der KHC ohne ihn auskommen.

Herr Behr, als Aufsteiger spielt der KHC eine tolle Runde in der zweiten Bundesliga. Ist es die schönste Saison ihrer Sportlerkarriere bisher?
Auf jeden Fall. Das ist richtig cool – mit den Kumpels, mit denen man schon Jahre zusammengespielt hat, auch immer mehr zu erreichen. Wir müssen nicht viele Sachen neu trainieren, weil wir uns vieles über Jahre aufgebaut haben. Jeder kennt den anderen, hat Vertrauen.

 

Sind diese Automatismen auch ein Geheimnis des KHC-Erfolgs gerade in diesem Jahr?
Ja. Im Training können wir uns schon mehr mit dem Gegner als mit uns beschäftigen. Wir können analysieren und müssen nicht erst überlegen, wie wir uns aufstellen. Wir besprechen zwar auch unseren Aufbau, aber da ist schon viel einstudiert.

 

Haben Sie ein persönliches Rezept?
Eigentlich nicht. Bei mir ist am Wichtigsten, dass ich Lust und Spaß habe. Und das haben wir schon im Training. Da gibt es keine Schreierei, alle sind sich grün und haben Bock.

 

19 Tore, viertbester Torschütze der vier zweiten Ligen – gab es noch keine Anrufe aus der Bundesliga?
Nein, das wäre auch zwecklos. Ich studiere in Aachen, kann – wenn überhaupt – auch nur einmal pro Woche trainieren. Zeitlich liegt mein Fokus nicht nur auf Hockey. Außerdem habe ich die Familie zuhause, und der KHC ist einfach mein Verein. Ich mache auch noch gerne andere Sachen neben dem Sport. Hockey ist und bleibt für mich ein Hobby. Und wenn man es noch professioneller betreiben möchte, müsste man noch mehr Abstriche machen. Und das ist es mir im Moment nicht wert.

 

Was macht den besonderen Reiz KHC für Sie aus?
Es ist wirklich die Tatsache, dass wir uns über Jahre etwas aufgebaut haben. Es ist cool, dass unser System funktioniert. Auch mit der Jugendarbeit. Man hat etwas eingebracht und wird belohnt. Das ist natürlich etwas ganz anderes, als wenn man einfach neu in eine Mannschaft reinkommt.

 

Fühlt Ihr Euch ein bisschen wie Kreuznacher Feierabendspieler unter vielen großen Namen des Hockeysports?
Kann man schon so sehen. Aber ich glaube, dass auch andere Mannschaften nicht unbedingt viel mehr Aufwand als wir betreiben. Aber wir sind auf jeden Fall ein Underdog in Hockey-Deutschland. Dass ein KHC in der zweiten Liga spielt, kam bestimmt für viele überraschend. Unsere aktuellen Gegner waren früher schon sehr gut und zehren jetzt noch davon. Wir profitieren dagegen vor allem von unserer Nachwuchsarbeit.

 

Also das Kreuznacher Modell als Perspektive?
Auf jeden Fall. Wenn man bedenkt, dass bei uns auch immer wieder Leistungsträger weggegangen sind und einige Talente den Sprung noch gar nicht geschafft haben, sind wir sehr gut aufgestellt. Zumindest für die nächsten fünf Jahre.

 

Die Behrs gab es in den vergangenen Jahren immer mal im Doppelpack. Ist es etwas Besonderes, mit dem großen Bruder zusammenzuspielen?
Es motiviert und macht riesen Spaß gemeinsam mit Stephan aufzulaufen. Leider hat es in dieser Saison wegen seiner zeitlichen Probleme nicht geklappt. Aber ich hoffe, dass wir bald wieder zusammenspielen, es ist immer wieder cool.

 

Der KHC ist als Aufsteiger frühzeitig gesichert, Platz zwei ist Euch auch kaum zu nehmen. Was setzt sich das Team für Ziele?
Da ich gar nicht so oft in Kreuznach bin, bekomme ich auch nicht so viel mit. Wir wollen unserem Publikum noch einmal etwas bieten. Gegen Nürnberg wird es ein offensives Duell von beiden Seiten geben. In der Hinrunde war es in Franken ein Schlüsselspiel für uns. Es hat gezeigt, dass wir mithalten können. Den Meister aus Ludwigsburg wollen wir natürlich noch ärgern, und gegen Erlangen wird es ein relativ lockeres Auslaufen.

 

Und was ist für die Feldsaison zu erwarten?
Auch wenn es die Vereinsoberen vielleicht etwas anders sehen, die zweite Bundesliga ist für uns kein Thema. Es ist ein großer Unterschied zur Halle, wenn du etwa drei Mal nach Berlin fahren musst. Es ist nicht erstrebenswert für uns, kurzfristig in die zweite Liga aufzusteigen. Ich denke, dass wir mit Liga zwei in der Halle und Regionalliga im Feld gut aufgestellt sind. Es ist eine gute Mischung, und der Spaß kommt auch nicht zu kurz.


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